Ostpreussen im Krieg


Entstehung und Verlauf des 2.Weltkrieges werden oft recht simpel dargestellt, was die Ursachen und Ergebnisse angeht. Dabei ist die Entwicklung der Welt in den Jahren von 1900 bis zum Kriegsende historisch betrachtet sehr interessant und gleichzeitig äusserst erschreckend.

Zu Beginn des 20.Jahrhunderts war Europa bestimmt durch den Wettstreit der Grossmächte, die vorwiegend noch unter monarchischer Herrschaft standen. Die Konkurrenz der Mächte aus England, Deutschland, Frankreich, Österreich und Russlands fand sowohl in Europa als auch in den Weiten der Welt (Kolonien) statt. In einiger Distanz wurde diese Entwicklung aus der neuen Welt der Vereinigten Staaten von Amerika beobachtet. Schliesslich gipfelte dieser Wettstreit des Pulverfasses Europa im 1.Weltkrieg der Jahre 1914 bis 1918.

Deutschland war einer, wenn nicht der Verlierer des 1.Weltkrieges schlecht hin. Die Regelungen des Versailler Vertrages sollten aus Deutschland einen reinen Agrarstaat erzeugen, der keine militärische Bedrohung in Europa darstellte. Tatsächlich wurde mit diesem Vertrag erreicht, dass im Zentrum Europas ein Vakuum der Macht entstand. Dies war letzten Endes der Nährboden, auf dem sich die Nazis schliesslich ihren Weg an die Macht in Deutschland suchten.

Nach Ende des 1.Weltkrieges bestimmten viele negative Einflüsse das Leben in Deutschland. Gekoppelt mit der Weltwirtschaftskrise zum Ende der 20iger Jahre breiteten sich Armut, Arbeitslosigkeit und mangelnde Perspektive aus. Ostpreussen war von dieser Entwicklung weniger betroffen, da dort vorwiegend im landwirtschaftlichen Bereich Arbeit ausgeübt wurde. Besonderes Elend herrschte hingegen in den Ballungszentren des Deutschen Reiches, wo mehr industrielle Beschäftigung geboten war.

Diese Fehlentwicklungen waren gekoppelt mit einem Mangel an Identifikation mit dem Staat Deutschland, dem in Folge des Versailler Vertrages die Souveränität fehlte. Erschwerend kam hinzu, dass Teile der Deutschen Bevölkerung nicht mehr zum Deutschen Reich zählten, da sie in Folge des 1.Weltkrieges abgespalten wurden.

Die Nationalsozialisten unter Führung von Adolf Hitler verstanden es diese Defizite zu ihren Zwecken zu missbrauchen und letzten Endes die Herrschaft in Deutschland zu übernehmen. Es steht zu vermuten, dass weite Teile der Deutschen Bevölkerung grosse Hoffnung in dieses Regime steckten. Deutschland holte abgespaltene Gebiete zurück ins Reich, Arbeitsplätze wurden geschaffen, Aufrüstung betrieben und somit der Eindruck von neuer Souveränität und Perspektive angeboten. Hierbei wird den meisten Menschen nicht bewusst gewesen sein, dass all dieses Handeln letzten Endes auf massive Kriegsführung ausgerichtet war.

Neben diesen Geschehnissen muss man sehen, dass Europa zur Zeit der 30iger Jahre einem Pulverfass glich. Es schwelten Konflikte und einige der damaligen Grossmächte standen unter totalitären Regierungen. Russland unter Stalin bildete die Bastion des Kommunismus, welche auf Expansion ausgerichtet war. Italien unterstand dem Diktator Mussolini, welcher von der Neuerschaffung des Römischen Reiches träumte. In Deutschland begegnete man dem totalitären Regime Adolf Hitlers. Ein gnadenloser Polizeistaat, der ganze Bevölkerungsstämme ausrotten oder unterjochen wollte. Zudem schwelte weltpolitisch der Konflikt zwischen den Grossmächten Japan und den Vereinigten Staaten, der sich insbesondere auf die Vorherrschaft im Pazifik und schlicht und ergreifend Rohstoffe bezog.

Mittels Bündnissen und NichtAngriffsVerträgen versuchte man den Ausbruch eines Krieges zu verhindern. Jedoch erwies sich dies als unzureichendes Mittel um den 2.Weltkrieg zu vermeiden. Letzten Endes begann der 2.Weltkrieg im Jahre 1939 und sollte sich im Verlauf der folgenden sechs Jahre auf die gesamte Welt ausdehnen.

In diesem Krieg schlossen sich Koalitionen zusammen, die sich aus ihren Bündnissen Vorteile erhofften. Beispielsweise kämpften die Finnen gemeinsam mit den Deutschen gegen Russland, um von den Russen vormals erbeutete Gebiete zurückzuerobern. In Europa traten Deutschland, Österreich und Italien gegen die späteren Siegermächte England, Frankreich und Russland an. Nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour im Jahre 1941 erklärten die USA Japan den Krieg. In Folge vertraglicher Vereinbarungen trat daraufhin Deutschland in den Krieg gegen die USA ein.

Man mag aus diesen ganzen Geschehnissen ersehen, dass die politische Lage der 30er und 40er Jahre sehr komplex und gleichzeitig instabil war. Das einzig positive dieser Geschehnisse war (wenn man es überhaupt als positiv bezeichnen kann), dass das Hitler-Deutschland diesen Krieg letzten Endes nicht gewonnen hat.

Rohstoffe und Nachschub entschieden letzten Endes diesen Krieg. Die USA konnten fernab der Kriegsgeschehnisse gewaltig produzieren und damit die Alliierten aufrüsten. Gleichzeitig wurde die Produktion in Deutschland insbesondere durch die Luftangriffe und die damit verbundene Zerstörung von Industrieanlagen stark gehemmt. Zudem verfügte Deutschland über keine eigenen Ölvorkommen. Das Fehlen dieser Ressource erwies sich als gewaltiger Nachteil.

Im Winter 1944/45 trat die Rote Armee zum Sturm auf Ostpreussen an. Ein Aufmarsch von cirka 1,9 Millionen Soldaten und tausenden von Panzern, Geschützen und Flugzeugen. Anzumerken ist hierbei, dass diese immense Aufrüstung der Russen insbesondere durch die Amerikaner ermöglicht worden war, die gigantische Mengen an Kriegsmaterial nach Russland lieferten.

Die Deutsche Wehrmacht hatte hinsichtlich der Verteidigung von Ostpreussen oder der Ostgebiete kaum mehr etwas entgegen zu setzen. Zudem hatte Adolf Hitler allem Anschein nach seinen letzten Sinn für die Realität verloren. Anstatt die Ostfront zu verstärken und damit die Russische Armee zu stoppen befahl Hitler die Ardennenoffensive an der Westfront. Hier wurden die letzten starken Verbände, insgesamt ein Heer von 250.000 Soldaten in einer sinnlosen Offensive geopfert. Adolf Hitler muss tatsächlich von der Idee besessen gewesen sein, dass die erfolgreiche Ardennen Offensive den Ausgang des Krieges wenden würde.

Dabei waren die Indikatoren zu diesem Zeitpunkt bereits klar: Italien hatte 1943 kapituliert, die Verbündeten Rumänien, Bulgarien und Finnland sprangen im Jahre 1944 ab. Deutschland war aussenpolitisch isoliert und militärisch am Ende.

Die zerschlagenen Deutschen Verbände im Osten leisteten der Roten Armee erbitterten Wiederstand, insbesondere um die Zivilbevölkerung zu schützen. Eine Flucht aus Ostpreussen war bis zur Grossoffensive der Russen im Winter 1944/45 unter Strafe gestellt. Dies erklärt die humanitäre Katastrophe der Flucht aus Ostpreussen. Diese geschah unter Kriegsgeschehnissen und im tiefsten Winter. Eine frühzeitige Evakuierung der Ostgebiete und eine Verstärkung der Truppen an der Ostfront hätten diese Katastrophe vermieden.

Folge des 2.Weltkrieges war der Zerfall Europas in zwei Koalitionen. Auf der einen Seite die kommunistische Welt unter Führung der Sowjetunion. Auf der anderen Seite die freie, westliche und demokratische Welt. Erst 45 Jahre nach Ende des 2.Weltkrieges sollte diese europäische Ordnung ihr Ende finden, nachdem die Strukturen des Kommunismus des Ostens zusammengebrochen waren. Dies war vor allem eine Folge der wirtschaftlichen Fehlentwicklungen in diesen Staaten und hierbei insbesondere in der Sowjetunion.

Die hier angestellte Betrachtung zeigt auf, dass politische Entwicklungen komplex und langwierig sind oder sein können. Die Entwicklungen im Europa des 20.Jahrhunderts haben letzten Endes nach dem 2.Weltkrieg zu einem friedlichen und gemeinsamen Europa geführt. Wichtig ist diese Entwicklung aufrecht zu erhalten und nach Möglichkeit auszudehnen, damit Friede und nicht Krieg herrscht.

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