Die Folgen der Wiedervereinigung für Ostpreussen


Eine Konsequenz der Deutschen Wiedervereinigung betraf insbesondere die Menschen, die ehemals in Masuren bzw. Ostpreussen ihre Heimat hatten. Mit der Wiedervereinigung erkannte das neue Deutschland die Grenzen Polens an. Hieraus folgte, dass das ehemalige Eigentum der betreffenden Familien nun tatsächlich, als Folge des Zweiten Weltkrieges, verloren war. Wenn diese Menschen nun sagen, dass sie von der Deutschen Regierung verraten und verkauft wurden, so trifft dies vollständig zu.

Tatsache ist, dass ein ehemaliger Eigentümer eines Hofes in Thüringen, Sachsen, etc. durch die Wiedervereinigung sein Eigentum zurück erhalten hat. Hingegen gingen Menschen mit Eigentum in Pommern, Ostpreussen, etc. nicht nur leer aus. Ihr ehemaliges Eigentum wurde, durch die Deutsche Regierung, an den Staat Polen verschenkt, indem man die Grenzen anerkannte. Wir dürfen hier, ohne Umschweife, von einer Verletzung des Grundgesetzes sprechen. Vor diesem sollen nominell alle gleich sein, was hier jedoch eindrucksvoll widerlegt wurde.

Es kommt aber noch dicker! Zum Aufbau Ost führte die Regierung den sog. Solidaritätszuschlag ein. Es wurden gewaltige Summen, insbesondere zum Aufbau der Infrastruktur, in der ehemaligen DDR investiert! Hier wird die Sache dann ganz absurd: Der ehemalige Eigentümer eines Hofes in Ostpreussen bzw. dessen Familie zahlt nun fleissig Solidaritätszuschlag. Für die wieder zum Eigentum gelangten Menschen eines Hofes in Thüringen, Sachsen, etc. ist dies natürlich sehr erfreulich! Die Verbesserung der Infrastruktur in der ehemaligen DDR führt ja auch zu einer Werterhöhung der jeweils betreffenden Immobilie.

Da kann man nur sagen: Dies ist bzw. war ein echtes Stück aus dem Tollhaus, was sich die Regierenden hier haben einfallen lassen! Schliesslich entspricht dies keineswegs dem Grundsatz der Gleichbehandlung. Fakt ist: Durch die Wiedervereinigung wurden Menschen, über Nacht, vermögend bzw. reich. Und andere verloren ihr Eigentum endgültig und müssen obendrein nun schon seit mehr als 20 Jahren für den Aufbau Ost zahlen.

Nun ist Politik grundsätzlich auch eine Frage der Lobby. Wären Deutsche Banken oder Deutsche Industrien in diesem Kontext betroffen gewesen, so hätte die Politik sicherlich anders gehandelt! Im vorliegenden Fall bestand jedoch keine derartige Lobby, weshalb man die hier Benachteiligten oder Betroffenen einfach übergangen hat.

Die juristische Diskussion, nach der Wiedervereinigung, rankte sich um die Thematik "Entschädigung oder Eigentum?", was Liegenschaften auf dem Gebiet der ehemaligen DDR betraf. Man entschied sich für den Grundsatz, dass das Eigentum Vorrang hat. Es wurde also der Zustand zum Zeitpunkt des Endes des 2.Weltkrieges wieder hergestellt, bezogen auf das Gebiet der ehemaligen DDR. Betreffende Familien mussten den früher erhaltenen Lastenausgleich zurückzahlen und erhielten im Gegenzug ihr früheres Eigentum zurück.

Der Deutsche Staat hätte, im Sinne der Gleichbehandlung aller, Familien mit endgültig verlorenem Eigentum (also Menschen aus Ostpreussen, etc.) adäquat entschädigen müssen! Damit wäre eine Gleichbehandlung aller Bürger gewährleistet gewesen.

Ostpreussen war die Region mit den verhältnismässig meisten zivilen Opfern, wenn wir über den 2.Weltkrieg sprechen. Die Begründung liegt in dem Umstand, dass diese Provinz von der Roten Armee Russlands eingenommen und verwüstet wurde. Wie wir in diesem Artikel nun aber auch nachlesen können hat Ostpreussen (bzw. deren Menschen) auch monetär die Last dieses Krieges getragen. Es ist also doppelt unverständlich, dass die Regierenden Deutschlands Menschen dieser Region in dieser Art im Regen stehen lassen!

www.masure.de - Ostpreussen und Masuren, damals und heute!