Von Adel und Rittern


Ein Faktum der Geschichte ist, dass Dinge über Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte Nachwirkungen haben können. In unserem Leben finden wir viele Beispiele. So existieren heute Ost- und Westkirche, da sich das römische Reich vor vielen hundert Jahren in Ostrom und Westrom teilten. Viele solcher Beispiele liessen sich finden. Dies soll aber nicht Gegenstand dieses Artikels sein.

Wir alle kennen den Begriff der Kreuzzüge im Mittelalter. Hier ging es um einen Glaubenskrieg zwischen Christentum und Islam. Ferner galt es die heilige Stadt Jerusalem zu erobern und zu besetzen. Hierbei denkt man unweigerlich an die Kreuzritter, die nach Israel zogen und dort Krieg führten. Hierzu kann man eigentlich nur sagen, dass jeder Krieg im Namen einer Religion schlecht ist. Die jeweiligen Religionen selber sind (in ihrer Grundaussage) eher auf friedliches Miteinander ausgerichtet.

Nachfahren oder Nachfolger (oder wie man es auch nennen mag) der Kreuzritter waren die Ritter des Deutschen Ordens. Aufgabe dieses, im Mittelalter mächtigen Ritterordens, war die Ausdehnung des Christentums in Europa. Hierbei lag ein Schwerpunkt in den Ostgebieten, genau gesagt im heutigen Estland, Lettland und Ostpreussen. Dies erklärt, dass viele Orte und Burgen Ostpreussens auf Gründungen des Deutschen Ritterordens basieren. Von etwa 1230 bis Anfang des 16.Jahrhunderts bildeten Ostpreussen, Lettland und Estland eine Provinz des Deutschen Ordens. Übrigens war die Marienburg ab 1309 Hochsitz (Hauptsitz) des Ritterordens in Europa (vorher in Venedig).

Sicherlich bildet diese Vorgeschichte auch die Grundlage für die prächtigen und grossen Güter des Adels vor Beginn des 2.Weltkrieges. Man könnte es salopp etwa so formulieren: Für lange Zeiten des Mittelalters war Ostpreussen ein Platz, wo sich Ritter und Edelleute "tummelten".

Der Adel hat in Ostpreussen, wie wohl nirgendwo anders in Deutschland, ein wirklich "adliges Leben" geführt. Zumindestens gilt dies bis zum Zeitpunkt des Ende des Zweiten Weltkrieges. Damals war Ostpreussen eine Hochburg des Deutschen Adels. Paradebeispiel oder Galionsfigur hierfür war sicherlich Paul von Hindenburg, dessen Heimat Ostpreussen war.

Die Ideologie des Deutschen Ritterordens war aber auch ein Motiv, welches die Nazis mit Faszination betrachteten bzw. missbrauchten. Ausgeblendet wurde dabei, dass dieser Orden ein religiöser Orden ist und war. Für die Nazis ideologisch interessant war der Umstand, dass der Orden im Mittelalter quasi eine Kolonialisierung in Richtung Osten durchführte. Ein Motiv, welches das Nazi Regime ebenfalls ins Auge fasste. Nicht ohne Grund benannte Himmler seine Nazi Elite Ausbildungskasernen als "Ordensburgen". Himmler war zwar ein erklärter Gegner der Religion. Er lehnte trotzdem seine "Ordensburgen" an das Motiv des Deutschen Ritterordens an. Dabei hatten der Deutsche Ritterorden und das Nazi-Regime keinerlei Gemeinsamkeiten, so man es nun einmal rein sachlich betrachtet. Weder inhaltlich, zeitlich (die Blütezeit des Ritterordens lag in Mittelalter), noch sonst wie.

An all diesen Umständen kann man erkennen und sehen, dass die Dinge der Geschichte miteinander verwoben sind. Religion, politische Strömungen, Ideologien bauen aufeinander auf, vermischen sich oder werden missbraucht.

Fakt ist hierbei, dass die Staaten Estland, Lettland und Ostpreussen bzw. ihre Entstehung sehr stark mit dem Deutschen Ritterorden verbunden sind. Erkennbar wird dies an Bauwerken und Orten Ostpreussens, die auf das Wirken dieses Ordens im Mittelalter zurückzuführen sind. Auch vor diesem Hintergrund ist Ostpreussen sicherlich eine Reise wert, wenn man Interesse an geschichtlichen Zusammenhängen und entsprechenden Bauwerken hat.

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