Der Deutsche Ritterorden


Geschehnisse des Mittelalters wirken heute noch nach. Nehmen wir als Beispiel Freitag den 13.! Dies rührt daher, dass an einem Freitag dem 13. die Ritter des Templer Ordens, im damaligen Frankreich, ohne Gande abgeschlachtet wurden. Die Motive lagen in den Begriffen Macht und Geld! Noch heute gilt Freitag der 13. als ein Datum des Unglücks. Dies ist auf die vorgenannte Bewandnis zurückzuführen.

Genauso steht fest, dass die Regionen Ostpreussen und Pommern die Wiege des Staates Preußen darstellt. Dies begründet sich aus der Geschichte des Deutschen Ritterordens, um die es hier gehen soll. Schliesslich wurden die meisten Städte Masurens bzw. Ostpreussens vom Deutschen Ritterorden gegründet.

Aus den Kreuzrittern, die bekanntlich die Kreuzzüge gen Jerusalem führten, entstanden im späteren drei Ritterorden:
- der Johanniter Orden (Schwerpunkt: Pflege von Kranken) -> die Johanniter existieren heute noch.
- der Templer Ordern -> siehe oben.
- der Deutsche Ritterorden (Schwerpunkt: Nächstenliebe).

Herman von Salza richtete die Orientierung des Deutschen Ritterordens neu aus. Führer des Ritterordens war jeweils der sogenannte Hochmeister. Hermann von Salza wurde 1162 geboren und war von 1210 bis 1239 4.Hochmeister des Deutschen Ritterordens.

Hermann von Salza unterhielt sehr gute Beziehungen sowohl zum Deutschen Kaiser, als auch zum Papst in Rom. Der Deutsche Ritterorden war über ganz Europa verteilt. Hermann von Salzas Vision war die Bildung eines eigenen Staates durch den Deutschen Ritterorden.

Der Ritterorden fungierte zu dieser Zeit vor allem als Grenzschutz in Richtung Osten. Hierbei wurden die Deutschritter von Polen um Hilfe gebeten. Im Zuge dessen erreichte Hermann von Salza, dass 1234 Teile Preussens (Ostpreussen/Masuren) unter Herrschaft der Deutschritter gelangten. Der Papst stimmte diesem im Jahre 1234 zu. Kaiser Friedrich der II gab 1235 sein Einverständnis. Später wurde diesem Staat des Deutschen Ritterordens auch Pommern hinzugefügt.

Der Deutsche Ritterorden gründete Städte und erbaute mächtige Festungen, darunter auch die Marienburg. Marienburg wurde auch zum Hauptsitz des neu gebildeten Staates. Der Traum des Hermann von Salza hatte sich so erfüllt.

Es stellt sich natürlich, an dieser Stelle, die Frage, warum andere Staaten diesen neuen Staat akzeptierten. Immerhin verlor Preussen hierdurch Gebiete im Osten. Die Antwort ist relativ einfach: Zum einen war dies ein neuer Staat preußischer bzw. deutscher Nation. Zum anderen stellte dies einen wirksamen Schutz der östlichen Grenzen dar, da die Deutschritter Meister in architektonischer Hinsicht waren. Ihre Festungen waren echte Bollwerke, die die Ostgrenze wirkungsvoll schützte. Die Deutschritter unterhielten in ihren Festungen bereits Fussbodenheizungen, getrennte Zu- und Abläufe oder separierte Toilettenbereiche.

Masuren Ostpreussen Infobild

Auch war die Verwaltung, durch die Deutschritter, einzigartig. Dies hatte im Schwerpunkt zwei Gründe. Die Sitze der Verwaltungen waren die jeweiligen Burgen. Das Land war also in Verwaltungsbezirke unterteilt. Daneben unterhielt man ein Postwesen, welches seinerzeit einzigartig war. Ein Brief wurde nach maximal zwei Tagen innerhalb des Reichsgebietes zugestellt. Es gab zu dieser Zeit kein vergleichbar gutes Postwesen. Die Verwaltungen konnten demzufolge sehr effektiv miteinander kommunizieren.

Zudem unterhielt man eine eigene Währung, für welche man eigene Münzen prägte. Auch dies trug zum Erfolg dieses Staates bei, da die Region wirtschaftlich stabil zu bezeichnen war. Hierzu trug aber auch der Handel bei, wobei Bernstein, Holz und Agrarprodukte den Schwerpunkt bildeten. Hierbei spielte die Lage an der Ostsee und die Bildung und der Handel über die sogenannte Hanse eine entscheidende Rolle.

Dem Deutschen Ritterorden durften nur Adlige beitreten. Dies erklärt auch, warum das spätere Ostpreussen/Masuren Heimat vieler Adelshäuser ist.

Das Reich des Deutschen Ritterordens war weder intern, noch extern zu jeder Zeit beliebt. Die teils militante Führung stiess, teilweise, auf Ablehnung durch die Bevölkerung. Im jahre 1386 bildeten Polen und Litauen eine Allianz gegen das Reich der Deutschritter. Insbesondere ging es hierbei um Gebiete Litauens, die sowohl Litauen, als auch der Ritterorden beanspruchten. Der Konflikt nahm mit der Zeit weiter zu.

Schliesslich kam es zum Krieg zwischen Polen/Litauen und dem Deutschen Ritterorden. In der Schlacht von Tannenberg kämpfen 20.000 Männer des Deutsch Ritter Heeres gegen 30.000 Soldaten Polen/Litauens. Die Schlacht ging, aus Sicht der Deutschritter, verloren. Den Hauptsitz Marienburg konnte das Heer Polens/Litauens nicht einnehmen. 1411 kam es schliesslich zum Frieden zwischen den Kriegsparteien.

Der Ritterorden hatte jedoch, ob dieser Niederlage, seine Souveränität verloren. Vor allem die Bevölkerung trug die Herrschaft nicht mehr mit und es kam mehr und mehr zu AUfständen. Es fehlte zudem an Finanzmitteln um die Söldnerheere und gewaltigen Bauten zu unterhalten. 1457 gab der Ritterorden die Marienburg auf und Königsberg wurde zum Hauptsitz. Das Ende des Staates des Deutschen Ritterordens war eingeleitet.

Im Jahre 1525 wandte sich der Ritterorden der Lehre Martin Luthers zu und fungierte wieder als reiner Ritterorden. Die Zeit der Herrschaft als Staat war vorbei. Ostpreussen fiel Preussen zu.

Viele Historiker bezeichnen Ostpreussen als Wiege Preussens. Man muss bei der ganzen Geschichte erkennen, dass der Deutsche Ritterorden damals seiner Zeit weit voraus war. Die meisten Städte Ostpreussens wurden von diesem Orden gegründet und mit Stadtrechten versehen. Die enorme Bedeutung der Städte Danzig und Königsberg begründet sich aus dieser Epoche bzw. der Herrschaft des Ritterordens, die ja in etwa 300 Jahre dauerte.

Ostpreussen ist mithin eine Ur preussische und auch eine Ur Deutsche Region, wie man diesen Fakten entnehmen kann.

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