Früher war alles besser


Man hört ja oft den Spruch, dass früher alles besser war. Vorab: Dieser Spruch ist mir zu pauschal. Es gab früher sicherlich Dinge, die entschieden besser waren. Mir gefiel beispielsweise die D-Mark wesentlich besser als der heutige Euro. Aber war wirklich alles besser?

Masuren Info Bild Die Leute früher lebten, so würde ich meinen, zunächst einmal anders. Das fing mit dem Thema "Wohnen" an. Ein Reet Dach, die Mauern als Fachwerk und die Häuser relativ klein gehalten. Mehrere solche Häuser bildeten kleine Ortschaften, die als Dorf bezeichnet wurden. Und in den Dörfern existierten kleine Betriebe, die den Bedarf des Tages abdeckten. Beispiele wären Bäckereien, Fleischereien, Mühlen oder eine Schmiede.

Viele unserer heutigen Errungenschaften waren damals nur in vornehmen, grossen Häusern bekannt. Badezimmer mit Spülklosett, elektrisches Licht, Badezimmer, Telefon, usw. waren (noch) nicht verfügbar. Medizinische Versorgung wie heute, Fernverkehr, Autos, usw. waren ebenfalls unbekannt. Und Fleisch und bessere Speisen gab es nur an Festtagen. Ansonsten standen Breie, Brot, Kohl und ähnliches auf dem Speiseplan. Und wenn die Ernte schlecht war, so standen harte Zeiten bevor.

Würden wir in diese Zeit zurück versetzt, so hätten wir sicherlich ernste Probleme mit diesem Leben. Es würde uns karg und öde erscheinen. Wir würden sicherlich nicht behaupten, dass früher alles besser war.

Wir haben das Zeitalter der Industrialisierung bereits verlassen oder sind im Begriff dies zu tun. Der Grund hierfür ist einfach: Die Menschen müssen immer mehr erkennen, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind. Politik und Industrie bremsen diesen Trend, wobei dies rein an wirtschaftlichen Faktoren (Geld) liegt. Fakt ist aber: Wenn man kein Öl mehr zur Verfügung hat, so kann man selbiges auch nicht mehr nutzen. Man wird über kurz oder lang die Epoche der Industrialisierung verlassen müssen.

Wir bewegen uns immer mehr in das Zeitalter der Information. Der Austausch von Informationen wird immer wichtiger und ein Abfallprodukt ist das immer weiter reichende Spektrum der Unterhaltung und Gestaltung von Freizeit. Vor kurzem besuchte ich einen Jahrmarkt anno dazumal. Dort erblickte ich die älteste noch in Betrieb befindliche Raupe Deutschlands. Masuren Info Bild Auch vor 70 oder 80 Jahren haben sich die Leute auf einem Markt, einer Kirmes und ähnlichem amüsiert. Die Fahrgeschäfte waren noch nicht ganz so schnell und technisiert wie die heutigen. Aber unabhängig davon hatten die Menschen auch damals eine Menge Spass an den Gefährten. Dieses Prinzip hat sich, eigentlich, bis heute nicht geändert.

Die Technisierung führte also auch dazu, dass ein Markt der Freizeitgestaltung entstand. Dies sind unterhaltende Medien und der Sektor des Sports. Diese beiden Felder sind aber nicht nur eine Form der Freizeitgestaltung. Nein, diese beiden Komponenten bilden heute auch einen mächtigen Komplex, was die kommerzielle Nutzung angeht. Sport wird betrieben und bietet zudem sehr viel Raum für Fans. Daneben existieren grosse Vergnügungsparks, Schwimmparadiese, usw. die gigantische Umsätze erzielen. Was einst mit kleinen Fahrgeschäften begann ist heute ein Szenario der Unterhaltungs Industrie. Ob es nun früher besser war oder heute besser ist dürfte im Auge des Betrachters liegen. In jedem Fall ist dies ein enormer Wandel, der vollzogen wurde.

Dieser Wandel nimmt aber immer rasantere Formen an. Der Mensch wird mit Informationen überhäuft. Es geschieht etwas, was einen in Erstaunen oder Schrecken versetzt. Irgendwann hört man wieder von diesem Ereignis und man stellt fest, dass diese Sache bereits vier oder fünf Jahre zurück liegt. Dabei hat man den Eindruck, dass selbiges gerade erst gestern passiert sei. Der Grund dieser Fehleinschätzung liegt darin, dass man mit Informationen überfrachtet wird und damit die Orientierung verliert. Dies ist ein enormer Nachteil der Informationswelt.

Können Sie sich vorstellen im Wartezimmer eines Arztes zu rauchen? Vor etwa 50 bis 60 Jahren war dies wohl absolut üblich. Am o.g. Fahrgeschäft entdeckte ich ein Werbeschild, welches ich sehr interessant fand. Dort wird für eine Zigarette namens Texas geworben, die damals 10 Pfennige kostete.

Masuren Info Bild Ein eleganter Herr hat, auf diesem Plakat, eine Zigarette im Mundwinkel und schaut richtig cool in die Welt hinein. Damals wurde also für Zigaretten geworben und das Rauchen gehörte einfach zum gesellschaftlich guten Ton. Man sieht dies auch häufig in Spielfilmen älteren Datums. Die Leute stecken sich laufend Zigaretten an, auch wenn sie zum Beispiel einen Arzt spielen.

Früher wurde in Gesellschaften, Restaurants, Kneipen, Discos, usw. fleissig geraucht und Zigaretten waren relativ preiswerter (wenn man es mit heute vergleicht). Für uns heute ist dies undenkbar. An allen möglichen Orten existieren umfassende Rauchverbote und alle sind darüber informiert, wie schädlich der blaue Dunst tatsächlich ist. Welche Zeit oder Epoche hier die bessere war oder ist liegt wohl im Auge des Betrachters. Es ist jedoch interessant den Wandel in der Gesellschaft zu betrachten.

Die Frage ob es früher besser war als heute kann man nicht pauschal beantworten. In vielen Bereichen unterliegt dies einer subjektiven Bewertung. Sehr wohl kann man sagen, dass früher vieles anders war als heute! Die Zeit bedeutet also auch stetigen Wandel.

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