Der Wald


Masurens Heimatlied handelt vom Land der dunklen Wälder. Wenn Sie recht überlegen, so spielen sehr, sehr viele Märchen in Wäldern. Der Wald erscheint dann mystisch und geheimnisvoll. Hierbei ist auch zu beachten, dass diese Klassiker der Märchen schon sehr, sehr alt sind. Fragt sich nun woher der Wald seine Mystik nimmt.

Der Wald ist, in Erzählungen und Märchen, Heimat von Zwergen, Hexen, Zauberern, Geistern, Bären, Wölfen oder Feen. Uns erscheint dies heute absurd. Der Wald ist für uns eine vollkommen gefahrlos erscheinende Zone. Dies war in früheren Zeiten, zum Beispiel im Mittelalter, ganz anders.

Zwei Aspekte kamen zum Tragen: Die Bevölkerungsdichte war wesentlich geringer als heute. Es bestand wesentlich weniger Bedarf an Holz. Zudem waren die Möglichkeiten der Rodung von Wald nicht so ausgeprägt wie heute. Im Ergebnis bedeutete dies, dass viel mehr Waldfläche gegeben war als heute. Zum anderen litten die Tiere nicht unter extremer Bejagung oder dem heutigen Verkehr. Die Umwelt war, wenn man so sagen will, noch absolut natürlich. Im frühen und späten Mittelalter gab es in Europa demnach Wälder. die sehr weitreichend und mit allen üblichen Tierarten ausgestattet waren. Dies sollte sich später, durch das Eingreifen des Menschen, leider ändern.

Infobild Masuren und Ostpreussen Heute darf man den Wald als, zumindestens in unseren Breiten, vollständig erforscht betrachten. Zudem wird er heute kommerziell genutzt. Da es kein natürlich Gleichgewicht mehr gibt greift der Mensch in Form von Bejagung ein. Der Mensch früherer Tage lebte hingegen im Einklang mit der Natur.

Zu Zeiten der Gebrüder Grimm barg der Wald demnach Mystik und war geheimnisvoll. Diese Sichtweise hatte auch grundsätzlich ihre Berechtigung. Ein wald mit Wölfen, Bären oder Wildsau Rudeln stellt durchaus eine Gefährdung des Menschen dar. Stellen Sie sich vor Sie gehen durch den wald und plötzlich steht ein Bär vor Ihnen! Oder Sie begegnen im Wald einem Wolfsrudel! Heute undenkbar, damals Realität.

Zudem hatte der Mensch von damals nicht die Kenntnis des Waldes, über die wir heute verfügen. Der Wald war für ihn dunkel und bedrohlich. Hier spielt sicherlich auch eine Rolle, dass es Strassen und Wanderwege unserer Zeit damals nicht oder nur eingeschränkt gab. Stellen Sie es sich ein wenig romantisch vor: Man sass abends am Feuer, erzählte sich Geschichten und draussen heulten die Wölfe.

Die vorgenannten Hintergründe bildeten die Basis für Geschichten und Mythen, die sich bis heute (in Märchen, Fabeln, etc.) gehalten haben.

Natürlich spielte auch die Gesellschaft eine grosse Rolle. Bestimmend waren Lehensherren und die Kirche. Die Menschen glaubten an Dinge, Wesen und eine Weltordnung, die uns heute absurd erscheint. Bestritt damals jemand, dass die Erde eine Scheibe sei, so landete er häufig auf dem Scheiterhaufen. Dies war leider die damalige Realität - für uns heute kaum vorstellbar.

In solch einer Welt ist der Mensch sicherlich von der Existenz von Fabelwesen und ähnlichem überzeugt. Und vor diesem Hintergrund entstanden die, oftmals dunklen, Geschichten und Märchen, die heute noch Klassiker sind. Denken wir an "Rotkäppchen", "Den Wolf und die sieben Geisslein", "Rumpelstilzchen" oder "Rapunzel". Märchen, die im Wald spielen oder weitestgehend.

Der Wald ist Mystik, er war früher Urwald. Kein Wunder also, dass das Lied Masurens vom Land der dunklen Wälder handelt. Und kein Wunder auch, dass viele Märchen und Erzählungen im Wald ihre Handlung erleben. Hierbei muss man auch bedenken, dass Gefahr und Romantik oftmals eng beieinander liegen. Die Burg im Sonnenschein, der Ritter der in den Wald reitet und dort die Hexe besiegt. Damit befreit er die schöne Prinzessin.....Ein romantisches Szenario vor natürlichem Hintergrund. Dies dürfte mit ein Grund sein, warum Märchen und Erzählungen oftmals zeitlos sind.

Wenn Sie fortan durch den Wald gehen, werden Sie vielleicht eine etwas andere Sichtweise auf diese Region haben. In jedem Fall spielt der Wald eine sehr wichtige Rolle in der Entwicklung des Menschen zudem was er heute ist.

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